Meine Töchter

Meine Töchter|grausam und schön Meine Töchter|Silberschauer Zyklus|Silberschauer

Ein Mädchen auf dem Schulhof steht,
so freundlich, liebevoll gelehnt.
An Heiterkeit und Sonnenschein,
ein weißes Herz, so lieb und rein.
Das Kind muss erst erzogen werden,
freundlich kann der Mensch nicht leben.
Reiße sie aus dem Elternhaus
und bringe sie zu mir nach Haus!

Ich hab Dein Kind und Du wirst nicht verstehen,
ich hab in seinen Augen nichts Böses gesehen!
Ja, Deine Tochter ist lieblich und schön!
Ich füttere sie mit meiner Seele,
perfid und obszön!

So lehrte ich sie ganz allein
im Keller, ohne Sonnenschein.
Vom schwarzen Weiß auf ihrer Stirn,
das Böse drang ihr ins Gehirn.
Lehrte ich sie Tag und Jahr,
niemand wusste wo sie war.
Schnitzte sie aus meinem Holz
und jetzt macht sie mich so stolz!
R'n'B für sie gestorben,
Metal quillt ihr aus den Ohren!
Weiße Weste blutbefleckt,
Den Freier hat sie totgeleckt!

Ich hab dein Kind und du wirst nicht verstehen,
ich hab in seinen Augen das Böse gesehen!
Ja, deine Tochter ist grausam und schön!
Ich füttere sie mit meinem Herzen,
perfid und obszön!

So lebten wir in Grausamkeit,
spendeten der Menschheit Leid!
Quälten, foltern, brachten Tod,
Doch was fehlt, sie leidet Not.
Kroch sie an meinem Leib empor
und flüstert mir ganz leis ins Ohr:
Vater, ich bin so allein, ich wünsche mir ein Schwesterlein!

Ich hol dein Kind und du wirst nicht verstehen,
Ich hab in seinen Augen das Böse gesehen!
Ja, meine Töchter sind grausam und schön!
Ich füttere sie mit eurem Fleisch,
perfid und obszön!